Von der Bibliothek zum Projekt: So arbeiten Sie mit Skills in Rakenne

Erfahren Sie, wie Sie von der Entdeckung einer Skill in der Bibliothek zur Installation im Projekt, zum sicheren Aktualisieren und zum Teilen eigener Varianten kommen.

Autor Ricardo Cabral · Founder

Wenn Sie Rakenne zum ersten Mal öffnen, wirken zwei Ebenen besonders deutlich:

  • Projekte, in denen Sie Ihre tägliche Arbeit mit Kunden und Dokumenten erledigen.
  • Skills, wiederverwendbare Abläufe, die dem Agenten beibringen, wie sich ein Fachexperte in Ihrem Gebiet verhält.

Dieser Artikel erklärt den vollständigen Lebenszyklus einer Skill aus Sicht von Endanwender:innen:

  1. Was die Skill‑Bibliothek ist und wie Sie die richtige Skill finden
  2. Wie Sie eine Skill in einem Projekt installieren und verwenden
  3. Wie Updates und Versionen funktionieren
  4. Wie Sie eine Skill forken, wenn Sie eine eigene Variante brauchen
  5. Wie Sie Skills veröffentlichen und teilen – über Projekte und Kunden hinweg

Keine Implementierungsdetails, kein Code – nur, wie Sie das als Berater:in, Analyst:in oder Compliance‑Verantwortliche:r nutzen.


1. Was ist die Skill‑Bibliothek?

Eine Skill ist ein geführter Ablauf in natürlicher Sprache, der dem Agenten sagt:

  • Wann sie eingesetzt werden soll (typische Trigger)
  • Welche Schritte in welcher Reihenfolge zu gehen sind
  • Welche Dokumente, Vorlagen und Tools unterwegs verwendet werden

Beispiele:

  • „ISO 27001 Asset Inventory“
  • „Clinical Study Report (CSR) – Kernsektionen“
  • „Prüfung von Labeling‑Claims – US‑Markt“

Die Skill‑Bibliothek ist der Ort, an dem diese Skills leben:

  • System‑Skills: vordefinierte Skills, die mit Rakenne ausgeliefert werden
  • Mandanten‑Skills: Skills, die innerhalb Ihrer Organisation erstellt und geteilt werden
  • Eigene Skills: Entwürfe und veröffentlichte Varianten, die Sie erstellt oder geforkt haben

Sie können sie sich als eine App‑Store‑ähnliche Bibliothek für Workflows vorstellen. Projekte bekommen nicht automatisch alle Skills – Sie wählen aus, welche Sie nutzen möchten.


2. Die richtige Skill finden

Bevor Sie ein neues Projekt starten, lohnt es sich, ein paar Minuten in der Bibliothek zu stöbern.

2.1 Typische Navigationswege

In den meisten Bibliotheksansichten können Sie:

  • Suchen: z. B. nach „SOC 2“, „clinical“, „asset inventory“ oder „labeling“.
  • Mit Filtern / Tags verfeinern:
    • Domäne (z. B. Informationssicherheit, Life Sciences, Food & Beverage)
    • Use Case (z. B. „Risk Assessment“, „Policy Drafting“, „Readiness“, „Data Extraction“)
  • Sortieren nach:
    • Meist installiert / beliebt: was andere Teams am häufigsten nutzen
    • Zuletzt aktualisiert: aktiv gepflegte Skills

Praktische Faustregel:

  • Starten Sie breit: suchen Sie nach Ihrem Framework oder Ihrer Norm („ISO 27001“, „ISO 14971“, „SOC 2“, „CVM FIDC“).
  • Verfeinern Sie dann nach Dokumenttyp („SoA“, „Risk Register“, „Readiness“, „Prospekt“, „Clinical Report“).

2.2 Eine Skill lesen, bevor Sie sie einsetzen

Wenn Sie eine Skill öffnen, sehen Sie:

  • Was sie erzeugt: Dokumente, strukturierte Daten, Checklisten, Zusammenfassungen …
  • Wann sie eingesetzt wird: typische Start‑Prompts oder Situationen
  • Benötigte Eingaben: was Sie bereithalten sollten (bestehende PDFs, Policy‑Set, Kundendaten usw.)
  • Erwartete Ergebnisse: Beispiele für die Ausgaben der Session

Behandeln Sie das wie das Etikett eines Produkts, bevor Sie es kaufen: Wenn die Ergebnisse nicht zu Ihrem gewünschten Deliverable passen, suchen Sie weiter.


3. Eine Skill in einem Projekt installieren

Skills leben in der Bibliothek, werden aber erst nutzbar, wenn Sie sie einem konkreten Projekt zuordnen.

3.1 Warum die Installation wichtig ist

Wenn Sie eine Skill in einem Projekt installieren, sorgt Rakenne dafür, dass:

  • Der Ablauf dieser Skill dem Projekt‑Agenten zur Verfügung steht
  • Alle unterstützenden Skills, von denen sie abhängt (z. B. ISO‑27001‑Helpers), mitgebracht werden
  • Die passenden Vorlagen und Tools im Hintergrund verfügbar sind

So bleiben Ihre Projekte aufgeräumt: Jedes Projekt sieht nur die Skills, die es wirklich braucht.

3.2 Typischer Installationsablauf

  1. Öffnen Sie Ihr Projekt.
    Zum Beispiel: „Kunde A – ISMS ISO 27001“, „Fonds Alpha – FIDC‑Dokumente“ oder „ACME – Produktlabeling“.

  2. Wechseln Sie in den Skill‑Bereich des Projekts.
    Suchen Sie nach „Skills“, „Skills hinzufügen“ oder „Skill‑Bibliothek“ in der Projektnavigation.

  3. Stöbern oder suchen Sie in der Bibliothek aus dem Projekt heraus.
    Sie sehen dieselben Skills wie in der globalen Bibliothek, zusätzlich mit Markierungen:

    • Bereits installierte Skills
    • Skills, die zum Projekttyp passen
  4. Installieren Sie die Skill.

    • Klicken Sie bei der gewünschten Skill auf Installieren (oder ein entsprechendes Label).
    • Falls die Skill Helpers (weitere Skills) benötigt, werden diese mit installiert.
    • In der Regel dauert das nur wenige Sekunden.
  5. Prüfen Sie, ob sie im Projekt verfügbar ist.
    Nach der Installation:

    • erscheint die Skill in der Liste der installierten Skills des Projekts
    • und steht im Chat zur Verfügung (siehe nächste Sektion)

Ab diesem Zeitpunkt können alle Personen mit Projektzugriff diese Skill verwenden.


4. Eine installierte Skill in der Session verwenden

Sobald eine Skill installiert ist, müssen Sie nicht mehr an die Bibliothek denken – Sie sprechen einfach mit dem Agenten.

4.1 Wie Sie eine Skill aufrufen

Zwei Muster sind besonders häufig:

  • Natürliche Sprache
    Starten Sie eine Session und beschreiben Sie, was Sie brauchen:

    „Hilf mir, einen ISO‑27001‑Asset‑Inventory‑Workshop für ACME durchzuführen.“
    „Ich muss alle Kerndaten aus diesem FIDC‑Prospekt (PDF) extrahieren.“

    Wenn im Projekt eine passende Skill installiert ist, wird der Agent Ihre Anfrage oft automatisch dorthin routen.

  • Explizite Auswahl
    In manchen UIs können Sie eine Skill direkt auswählen oder eine bestimmte Trigger‑Syntax verwenden.
    Das ist nützlich, wenn:

    • Sie genau wissen, welche Skill Sie einsetzen wollen
    • Sie in einem Projekt mit mehreren ähnlichen Skills arbeiten

4.2 Wie sich eine skill‑gesteuerte Session anfühlt

Im Vergleich zu einem generischen Chat mit einer KI ist eine Skill‑Session:

  • Strukturiert – der Agent führt Sie durch klar definierte Schritte:
    • Bestimmte Inputs sammeln (Dokumente, Fakten, Parameter)
    • Extraktionen oder Analysen ausführen
    • Dokumente, Checklisten oder strukturierte Daten erzeugen
  • Wiederholbar – führen Sie dieselbe Skill für einen anderen Kunden aus, ist der Ablauf fast identisch.
  • Nachvollziehbar – Sie wissen meist, in welchem Schritt Sie sich befinden und was als Nächstes kommt.

Sie müssen sich nicht an technische Details erinnern. Wichtig ist nur:

  • die passende Skill auszuwählen
  • die Eingaben zu liefern, nach denen sie fragt
  • die Ergebnisse zu prüfen und freizugeben

5. Wie Skill‑Versionen und Updates funktionieren

Skills entwickeln sich weiter: bessere Checklisten, geschärfte Vorlagen, ausgereiftere Interpretationen von Standards.

Rakenne steuert das über Versionen.

5.1 Was Versionen für Sie bedeuten

Aus Anwender:innensicht:

  • Jede Skill hat eine aktuelle Version (z. B. „v1.0“, „v1.1“ …)
  • Ein Projekt verwendet in der Regel eine Version pro Skill gleichzeitig
  • Neue Versionen erscheinen als Update‑Möglichkeit, nicht als unerwartete Änderung

Wichtige Eigenschaften:

  • Bestehende Projekte bleiben stabil.
    Ist ein Projekt auf v1.0, bleibt es dort, bis Sie aktiv wechseln.
  • Neue Projekte starten meist mit der neuesten Version.
    Wenn Sie eine Skill in einem frischen Projekt installieren, erhalten Sie in der Regel die aktuelle Version.

5.2 Wann Sie aktualisieren sollten

Wenn eine neue Version verfügbar ist, sehen Sie oft:

  • Einen Hinweis oder Indikator bei der Skill im Projekt
  • Release Notes, die beschreiben, was sich geändert hat (neue Abschnitte, bessere Abdeckung, Bugfixes, verbesserte Guidance)

Empfehlungen:

  • Früh aktualisieren, wenn:
    • Sie ein neues Mandat mit einem Kunden starten
    • die Release Notes Fehler, Lücken oder Mappings beheben, die für Sie wichtig sind
  • Später oder erst nach Tests aktualisieren, wenn:
    • Sie mitten in einem kritischen regulatorischen Deliverable stecken
    • interne Reviewer eine bestimmte Version bereits freigegeben haben

Ein einfacher Ablauf für regulierte Arbeiten:

  1. Erstellen Sie ein Sandbox‑Projekt.
  2. Installieren Sie die Skill dort und heben Sie sie auf die neueste Version.
  3. Führen Sie eine Probesession mit einem Beispielkunden durch.
  4. Aktualisieren Sie die Skill erst danach in den Produktivprojekten.

6. Eine Skill forken: Ihre eigene Variante erstellen

Manchmal bringt Sie eine Standard‑Skill zu 80 % ans Ziel, aber Ihre Organisation:

  • hat eigene Checklisten oder Freigabeschwellen
  • verwendet andere Begriffe (interne Kontrollnamen, Rollentitel, Gremien)
  • braucht zusätzliche Schritte für interne Governance

In solchen Fällen lohnt es sich, eine Skill zu forken, statt bei Null zu starten.

6.1 Was „forken“ praktisch bedeutet

Aus Sicht der Anwender:innen:

  • Sie erstellen ein Spezialprojekt (oft aus einem Skill‑Workshop‑Template) mit:
    • einer Kopie der Original‑Skill
    • begleitenden Referenzen und Beispielen
  • Sie passen den Ablauf an Ihre Realität an:
    • formulieren Fragen und Anweisungen in Ihrer Sprache um
    • fügen Schritte hinzu oder entfernen welche
    • verweisen auf Ihre Dokumentstile, Beispiele und internen Richtlinien
  • Am Ende haben Sie eine neue Skill, die:
    • klar auf der Original‑Skill basiert
    • Ihrer Organisation gehört
    • wie jede andere Skill in Projekten installiert werden kann

6.2 Wann konfigurieren, wann forken?

  • Konfigurieren (nicht forken), wenn:

    • die Skill bereits Eingaben/Optionen für Ihre Auswahl vorsieht (z. B. Jurisdiktion, Branche)
    • Sie nur Daten (Kundenfakten), nicht aber den Ablauf ändern müssen
  • Forken, wenn:

    • Ihr Prüfprozess sich spürbar vom Standard unterscheidet
    • die Standardsprache Ihre Teams eher verwirren würde
    • Sie zusätzliche Schritte brauchen, die für viele Kunden wiederverwendet werden

Forken ist der Weg, Rakenne von „generischen Best Practices“ zu Ihrer hausinternen Methode zu machen.


7. Skills veröffentlichen und teilen

Wenn Sie eine gut funktionierende, angepasste Skill haben, können Sie sie veröffentlichen, damit andere sie nutzen.

Aus Sicht der Endanwender:innen bewirkt eine Veröffentlichung drei Dinge:

  1. Sie friert eine Version der Skill ein, auf die sich andere verlassen können.
  2. Sie nimmt die Skill in die Bibliothek auf, die für Ihre Organisation (oder einen Teilbereich) sichtbar ist.
  3. Sie macht die Skill in normalen Projekten installierbar, wie eine System‑Skill.

Typische Sharing‑Muster:

  • Innerhalb eines Teams
    Beispiel: Das Security‑Team veröffentlicht „ACME – ISO‑27001‑Gap‑Assessment“, abgestimmt auf die interne Auslegung bestimmter Kontrollen.

  • Über Geschäftsbereiche hinweg
    Beispiel: Ein GRC‑Consulting‑Team veröffentlicht „SOC 2 Readiness – Consulting Edition“, damit jede:r Berater:in denselben Ablauf mit seinen/ihren Kunden fahren kann.

  • Nach Kundensegment
    Beispiel: „Clinical Reports – Oncology Sponsors“ vs. „Clinical Reports – Device Sponsors“.

Sie können jederzeit iterieren:

  • eine v1.1 mit kleineren Verbesserungen erstellen
  • neue Projekte direkt auf die aktuelle Version setzen
  • fallweise entscheiden, ob bestehende Projekte aktualisiert werden sollen

8. Multi‑Client‑ und Multi‑Tenant‑Szenarien

Wenn Sie als Beratungs‑ oder Managed‑Service‑Anbieter arbeiten, kann es sein, dass Sie:

  • mehrere Kunden im selben Rakenne‑Tenant betreuen
  • wollen, dass jeder Kunde eigene Projekte hat, aber gemeinsame Skills nutzt

Das Standardmuster sieht so aus:

  1. Erstellen / forken Sie Ihre „Consulting‑Version“ der Skills einmal.
  2. Veröffentlichen Sie sie in der Bibliothek Ihres Tenants.
  3. Für jeden Kunden:
    • eigene Kundenprojekte anlegen
    • dieselben Skills in diesen Projekten installieren
  4. Kundenspezifische Daten (Projekte und Dokumente) mit denselben Workflows verarbeiten.

Das bringt Ihnen:

  • eine konsistente Methodik über alle Kunden hinweg
  • Datenisolation auf Projektebene
  • einen zentralen Ort (die Skill), um Ihre Vorgehensweise zu aktualisieren, wenn sich Normen oder Best Practices ändern

9. Alles zusammengeführt: ein konkretes Beispiel

Stellen Sie sich vor, Sie sind GRC‑Berater:in und bereiten mehrere Kunden auf eine ISO‑27001‑Zertifizierung vor.

Ein realistischer Ablauf könnte sein:

  1. Skills in der Bibliothek finden

    • nach „ISO 27001“ suchen und identifizieren:
      • „ISO 27001 Asset Inventory“
      • „ISO 27001 SoA“
      • „ISO 27001 Risk Assessment“
      • „ISO 27001 ISMS Scope and Context“
      • „ISO 27001 Management Review“
  2. Skills im Kundenprojekt installieren

    • Projekt anlegen: „Kunde A – ISMS ISO 27001“.
    • diese ISO‑Skills im Projekt installieren.
  3. Sessions mit dem Kunden durchführen

    • die Skill Scope and Context nutzen, um die ISMS‑Grenzen zu definieren.
    • Asset Inventory einsetzen, um Workshops mit Stakeholdern zu moderieren.
    • Risk Assessment und SoA einsetzen, um strukturierte Deliverables zu erzeugen.
  4. Vorgehen verfeinern

    • feststellen, dass Ihr Beratungsunternehmen eine zusätzliche Management‑Review‑Checkliste hat.
    • die Management‑Review‑Skill forken, diese Checkliste und Ihren Präsentationsstil ergänzen und sie als „GRC‑Consulting – Management Review“ veröffentlichen.
  5. Auf weitere Kunden skalieren

    • für „Kunde B – ISMS ISO 27001“ Ihre Consulting‑Version der Management‑Review‑Skill installieren statt der Standard‑Skill.
    • alle Projekte profitieren nun vom verbesserten Ablauf.

Sie mussten weder APIs noch Code anfassen – Sie haben ausschließlich mit Skills, Projekten und der Bibliotheks‑UI gearbeitet.


10. Nächste Schritte

Wenn Sie zum ersten Mal mit Skills in Rakenne arbeiten:

  • Schritt 1: Öffnen Sie ein Projekt, das Sie bereits nutzen, und sehen Sie sich die Liste der installierten Skills an.
  • Schritt 2: Besuchen Sie die Skill‑Bibliothek und wählen Sie eine neue Skill, die Sie in diesem Projekt ausprobieren möchten.
  • Schritt 3: Überlegen Sie bei einem Prozess, den Sie häufig zwischen Kunden wiederholen, ob er eine eigene geforkte Skill verdient.

Mit der Zeit wird Ihre Skill‑Bibliothek zu einem lebendigen Katalog der tatsächlichen Arbeitsweise Ihrer Organisation – nicht nur der Art, wie Normen formuliert sind.
Genau dort spielt Rakenne seine Stärken aus.

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